Visite auf Richards Spuren in Riga

Es war eine gute Idee der lettischen Nationaloper, anlässlich des 204. Geburtstages von Richard Wagner einen neuen „Tannhäuser“ zu inszenieren, der am 23. Mai 2017 Premiere hatte. Verbandsvorsitzender Thomas Krakow und Fotograf Volkmar Heinz machten sich auch, aber nicht nur dafür auf den Weg nach Lettland.

Dem ersten Stadtrundgang folgte noch eine individuelle Stadtrundfahrt, die das Bild einer Hauptstadt im Wandel abrundete. Rigas großer architektonischer Schatz sind die Jugendstilbauten, seinen Charme machen aber auch die vielen Holzhäuser aus. Alles ist eine Melange aus deutschen, russischen und lettischen Einflüssen. Als die Stadt noch sehr deutsch war, war auch der junge Kapellmeister Richard Wagner am Theater angestellt. Dessen Inneres, das im Original weitgehend verloren ist, interessierte die Reisenden besonders, hatte doch Wagner hier den berühmten abgedeckten Orchestergraben kennen gelernt. Eintritt zu diesem Haus, das seit neun Jahren geschlossen ist, gewährte Maris Gailis, ehemaliger Ministerpräsident und Vorsitzender des lokalen Richard-Wagner-Verbandes, der es mit seiner Frau und Architektin Zaiga Gailis sanieren und einer kulturellen Nutzung zuführen will. Am Ankunftstag lud er die Leipziger Gäste in ein Flussrestaurant mit romantischem Blick auf die Hauptstadt ein, u.a. auch auf die Wohnung von Leipzigs neuem Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons. Das Gespräch ging vor allem um das alte Theater und die Pläne von Gailis aber auch die Idee des Leipziger Wagner-Verbandes, ein Buch über Wagners Zeit im Baltikum zu realisieren. Deswegen war auch Mikus Ceze mit von der Partie, Dramaturg an der Oper, Wagner-Kenner und der Szene, die hierbei hilfreich sein kann. Das Jahrzehnte nach der Eröffnung des Opernhauses umgebaute alte Theater zeigte sich im Dornröschenschlaf aber große Risse in den Wänden zeigten auch die Ursache für die Schließung. Noch in sowjetischer Zeit war es umfassend saniert worden anlässlich 150 Jahren „Wagner in Riga“. Überraschend luxuriös bot sich das Innere dem Betrachter. Abschließend wurden auch das Bleiglasfenster von 1913 und die Bronzetafel im Haus an der ehemaligen Alexander- heute Freiheitsstraße dokumentiert, das anstelle von Wagners Wohnhaus errichtet wurde.