Grundsteinlegung für Klinger-Treppe am Promenadenring

Im nördlichen Teil der Promenadenanlagen Leipzigs waren die größten Verluste zu verzeichnen. Hier stand früher das berühmte „Alte Theater“.
Zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden die Promenadenanlagen in diesem Abschnitt durch Gartendirektor Hampel neu konzipiert und gestaltet. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Treppe zum Matthäikirchhof, weil hier ein Denkmal für den in Leipzig geborenen Komponisten Richard Wagner geplant war. Mit dem Entwurf wurde Max Klinger beauftragt, der jedoch vor Vollendung der Arbeiten verstarb. Lediglich die Treppenanlage konnte vollendet werden. Der unvollendete Denkmalssockel wurde provisorisch im Klingerhain aufgestellt.
Für den Bau des Gebäudes der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit wurde die Treppe abgebrochen und galt als verschollen. Glücklicherweise wurde sie an einer Mülldeponie wiederentdeckt.

Am 07. April 2010 war es soweit, im Beisein von Vertretern der Stadtverwaltung und Mitgliedern des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig e.V. legten der Bürgermeister und Beigeordnete für Umwelt, Ordnung und Sport; Heiko Rosenthal, die Leiterin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer; Inge Kunath, der Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig e.V. ; Thomas Krakow und Tobias Hollitzer vom Bürgerkomitee Leipzig den Grundstein für die Treppe.
Mit ernster Miene verfolgte Thomas Krakow die Kurze Zeremonie. „Doch, doch der heutige Tag ist ein Tag der absoluten Freude. Doch noch ist ja nicht entschieden, welche Statue bis 2013, den 200. Geburtstag Richard Wagners, auf den Sockel kommt“, lenkte er den Blick auf eine stadtweit noch nicht ausdiskutierte künstlerische Entscheidung.

Am 08.Mai 2010 wurde der Sockel von Max Klingers Wagner-Denkmal in die Treppenanlage eingesetzt. Leipzigs Promenadenring erhält ein wichtiges Bauwerk zurück.
Max Klinger hatte die doppelläufige Treppenanlage für sein geplantes Richard-Wagner-Denkmal entworfen.