5.1.2013, Alte Nikolaischule, Richard-Wagner-Aula

"Wagner für Kinder - Regietheater für alle"

Jasmin Solfagharis Herangehensweise an den
"Ring für Kinder"

Ein besonders positiver Effekt des Richard-Wagner-Jahres 2013 ist die 2011 beschlossene Kooperation zwischen Bayreuth und Leipzig, den Bayreuther Festspielen- BF Medien und der Oper Leipzig. Es kehrt eine Normalität zurück, die bis nach dem 2. Weltkrieg schon einmal selbstverständlich war.
Im Rahmen dieser Kooperation wird Katharina Wagners Neuerung aus Bayreuth, die nachfolgenden Generationen kindgerecht an das Werk Richard Wagners heranzuführen, für Leipzigs Kinder adaptiert. Am 19.01.2013 hat "Der Ring für Kinder" an Leipzigs Operettenhaus, der Musikalischen Komödie im Stadtteil Lindenau, Premiere. Regisseurin Jasmin Solfaghari, von 2006 bis 2011 Professorin an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, heute in Berlin lebend und weltweit lehrend und praktizierend, erläuterte dem interessierten Publikum Ziel und Sinn des Projektes sowie die eigene Herangehensweise.

Doch vorher gab es einen Abriss von Werdegang, Prägung und Anspruch in Form eines Feuerwerks an Informationen, der aufhorchen ließ. Nach der ersten Kindheitshälfte in Teheran fand die Erweckung und Prägung und der Weg zur Musik, auch zu Wagner, in Freiburg im Breisgau statt. Und merke: Es war gute Tradition, sich in der Konditorei Lienhart nicht nur Kuchen, sondern den "Feinschliff" fürs Wagnerleben und den beruflichen Werdegang zur Musik zu holen. (Info: Josef Lienhart ist Vorsitzender des RWV Freiburg i. Br., war von 1988 bis 2008 Präsident des Richard-Wagner-Verbandes National/International und ist heute dessen Ehrenpräsident.)
Natürlich erzählte Frau Solfaghari den Zuhörern nicht, was sie auf der Bühne sehen und erleben werden, denn der Reiz, eine Vorstellung zu besuchen, sollte Kindern wie Eltern und Großeltern erhalten bleiben. Ihren Anspruch fasste sie wie folgt zusammen: "Mein Anliegen ist es, mit dem Leipziger "Ring für Kinder" Wagners Gesamtkunstwerk in eine sinnliche, mit klassischen Theatermitteln arbeitende, kurzweilige und auch märchenhafte Atmosphäre zu tauchen, um die Kinder und Jugendliche für diesen besonderen Komponisten zu begeistern. Schön wäre es, wenn aus dieser Aufführung auch ein Erlebnis für Wagner-Operneinsteiger würde, die anschließend unbedingt den ganze RING oder zumindest Teile davon genießen möchten. Die besondere Kombination aus Publikumslieblingen und Orchester der MUKO, aus Mitgliedern der Oper Leipzig und Gästen, die alle miteinander in der Musikalischen Komödie Wagner interpretieren, scheint mir der Produktion einen besonderen Charme zu verleihen."

Verbandsvorsitzendem Thomas Krakow, der die Moderation übernommen hatte, blieb nur, sich artig mit Blumen und Wagner-Pralinen zu bedanken und der Inszenierung viel Erfolg und eine Vielzahl kleiner und großer Zuschauer zu wünschen.