Jüdische Wagner-Sänger und -Interpreten in Leipzig

Momentan feiert Sachsen das „Jahr der jüdischen Kultur 2026“ unter dem Motto „Jüdisch – Sächsisch – Mentshlich“. Der Richard-Wagner-Verband Leipzig beteiligte sich daran mit seiner Veranstaltung am 16. September 2026 in der Stadtbibliothek Leipzig, bei der Verbandsmitglied Dr. Allmuth Behrendt ihr Buch „Gefeiert und vergessen?“ vorstellte. Ihr Referat „Jüdische Wagner-Sänger und -Interpreten in Leipzig“ erinnerte an „zerbrochene“ Karrieren und „verstummte“ Stimmen von jüdischen Sängern und Instrumentalisten, Dirigenten und Regisseuren, Dramaturgen und Intendanten nach 1933. Durch rassistische Sanktionen wurden diese Künstler beruflich ruiniert, menschlich gedemütigt oder sogar in Konzentrationslager deportiert. Zwar gelang einigen die Flucht ins Ausland, aber nicht alle konnten im Exil ihre berufliche Laufbahn fortsetzen. Andere zogen sich zurück, gingen in die Innere Emigration, gaben sich auf. Selbst der bekannte Dirigent Bruno Walter durfte bereits am 16. März 1933 nicht einmal mehr eine Generalprobe in Leipzig leiten.
Der Vortrag wurde durch zahlreiche Tondokumente und Fotos ergänzt, was den Ausgegrenzten erneut Gesicht und Stimme verlieh, ihren ihre Identität zurückgab und das Ganze zu einem interessanten Abend für Mitglieder und Freunde des Wagner-Verbandes machte. Zum Auftakt spielte das Klarinettentrio aus Aurelia Landrock, Fiona Oppl und Timon Hirsch der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig.


Text und Fotografien: Dr. Susanne Claus