Richard Wagner und Richard Strauss

Während seines ganzen Lebens bewunderte Richard Strauss Wagners Musikdramen und sah in dessen Kompositionen ein immerwährendes Vorbild. Dr. Cornelia Preissinger, am 7. Oktober 2026 in der Stadtbibliothek Leipzig Gastrednerin unseres Verbandes, war bis zum Sommer 2026 Direktorin und stellvertretende Intendantin der Oper Leipzig und verantwortlich für zahlreiche Neuproduktionen und Uraufführungen. In ihrem Vortrag „Richard Wagner und Richard Strauss“ skizzierte sie Strauss‘ Entwicklung vom Frühwerk „Guntram“, das noch viel Wagner enthält, über den „Rosenkavalier“ (1911) bis hin zur Bedeutung Bayreuths für seine Karriere. Vor allem Wagners musikdramatisches Denken, seine Orchestertechnik und Harmonik hatten es dem jungen Strauss angetan. Auch später noch übernimmt er Motive und Themen aus Wagners Opern, aber diese erfahren eine neue Deutung, erhalten eigene Bezugspunkte. Natürlich wurde im Referat Bayreuth als „Musik-Kultstätte“ thematisiert und welche Bedeutung diese für Strauss hatte. Den Vortrag rundete Anekdotisches aus Strauss‘ Leben ab, so sein Ausspruch, „Wagner sei ein so unerhörter Gipfel, dass niemand über ihn hinaus könne“, aber er habe „einfach einen Umweg um ihn gemacht“, was bei den Zuhörern für Schmunzeln sorgte und die lockere Atmosphäre des Vortrags unterstrich. Gitarrist Theodor Dorotsky von der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig sorgte für eine beschwingte musikalische Einstimmung.


Susanne Claus

Fotografien: Susanne Claus und Helmut Loos