Wagner im Museum

Mit zwei Führungen am 22. und 23. Mai 2026 machte Birgit Heise Interessenten mit Erinnerungsstücken an Richard Wagner im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig bekannt. Ausgangspunkt war das Stadtmodell von 1822 im Festsaal des Alten Rathauses, das Leipzig nach der Völkerschlacht zeigt und originalgetreu die Stadt wiedergibt, wie Richard Wagner sie erlebt hat. Anhand der für ihn wichtigsten Gebäude, die heute teilweise nicht mehr erhalten sind, lässt sich seine Kindheit und Jugend veranschaulichen. So schlossen die Besucher Bekanntschaft mit seinem Geburtshaus am Brühl, der Thomaskirche, seiner Taufkirche, der Nikolaischule, der Thomasschule, dem Theater auf der Ranstädter Bastei, dem Gewandhaussaal oder der Wohnung seines Onkels Adolph im Thomäischen Haus am Markt.

Im Wagner-Kabinett „Der verlorene Sohn“ konnten die Besucher viel Interessantes entdecken, so zum Beispiel ein Bildnis seiner Lieblingsschwester Rosalie, der berühmten Schauspielerin, oder das Tafelklavier von Bechstein, ein Kompositionsklavier, das Ludwig II. Richard Wagner zum 54. Geburtstag schenkte, und dessen spannende Geschichte erfahren, zu der auch ein Rechtsstreit zwischen Bayreuth und Leipzig gehört. Anschließend begab sich die Gruppe zur Alten Nikolaischule auf dem Nikolaikirchhof. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass Richard Wagner neben Leibniz und Seume zu den berühmten Schülern gehörte. Nach Erläuterungen zur Baugeschichte schauten sich die Besucher selbständig die Ausstellung „Der junge Richard Wagner 1813 bis 1834“ im Untergeschoss an, in der Hörstationen einen Einblick in sein Frühwerk ermöglichen.

Ursula Oehme

Fotografien: Markus Scholz/Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Peter Franke, Privat