Der Notenspur-Salon „Richard Wagner“ in der Musikhochschule

Am Abend des 13. Februar 2026 fanden sich die Mitglieder des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig im Kammermusiksaal der Musikhochschule Leipzig zum Notenspur-Salon „Richard Wagner“ ein. Verbandsvorsitzender Prof. Dr. Helmut Loos unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der Nachwuchsarbeit, die auch die Chefdramaturgin der Oper Marlene Hahn, selbst Bayreuth-Stipendiatin des Augsburger Verbandes, am Wagner-Denkmal gewürdigt hatte. Prof. Dr. Werner Schneider, Vorsitzender der Notenspur-Initiative, teilte mit, dass die Initiative intensiv mit der Realisierung des Leipziger Notenbogens durch Waldstraßen-, Kolonnaden-, Bach- und Musikviertel beschäftigt ist, der die Wohnorte bedeutender Komponisten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts mit großen Ausbildungsstätten verbindet, wobei Richard Wagner mit dem Standort seines Geburtshauses am Brühl und dem Wagner-Denkmal von Max Klinger und Stefan Balkenhol am Promenadenring vertreten ist.

Hinsichtlich des Notenspur-Salons zum 143. Todestag des Meisters hatte sich der Verband entschieden, den jungen Richard Wagner mit seinen Vorbildern in Leipzig in Beziehung zu setzen. Für Gestaltung und Moderation war die Professorin für Exzellenz Coaching an der Musikhochschule Leipzig Ansi Verwey gewonnen worden, was sie mit Beiträgen zu den Komponisten und Interviews mit den engagierten Nachwuchstalenten realisierte.

Der Walkürenritt „Hojotoho“, von der Sopranistin Saga Wargbaner aus voller Kehle gesungen, stimmte das Publikum schwungvoll ein. Die für das Bayreuth-Stipendium 2026 nominierte Violinistin Miha Zhu spielte gekonnt und einfühlsam zwischen den Gesangsbeiträgen ein Adagio und eine Chaconne von Johann Sebastian Bach. Der beeindruckendste Teil des Abends waren die Darbietungen aus der 1828 entstandenen Oper „Der Vampyr“ von Heinrich Marschner. Dieses Werk hat den 15-jährigen Richard Wagner wesentlich beeinflusst und auch den frühen „Holländer“ stark geprägt. Insbesondere der Übergang von der damals üblichen Nummernoper zur durchkomponierten Oper ist hier in Verbindung mit Weber von großer Bedeutung. Gleich drei Stücke von Marschner – den die meisten von uns noch nie live gehört hatten, einstudiert zu haben, ist eine große Leistung, Dies ist perfekte Nachwuchsarbeit. Großes Verdienst unseres Mitglieds Ansi Verwey. Vielen Dank! Die Arie des Aubry, von Tenor Taras Semenov ausdrucksvoll präsentiert, beeindruckte durch ihren Farbenreichtum. Von der Sopranistin Saga Wargbaner erklang die Arie der Malwina in höchsten Tönen. Tenor Semenow und Sopran Wargbaner glänzten anschließend im Liebesduett „Du bist´s, du bist´s …“

Leider fielen die vorgesehenen Kompositionen von Weber und Mendelssohn wegen der Erkrankung von Kristin E Mantyla aus. Damit war die Aufgabenstellung des ersten Salons mit Wagners Vorbildern etwas beeinträchtigt. Ansi Verwey, versierte Pianistin, spielte stattdessen Klavierstücke von Mendelssohn.

Einspringerin Johanna Hauptstock, Mezzosopran, brachte Erda und Fricka ins Spiel, um die Wagner-Quote zu bedienen, Taras Semenow brillierte auch darstellerisch als Mime aus „Rheingold“. Zum Publikum wurde bei diesem Salon ein besonders intensives Verhältnis aufgebaut. Es wurde mit der Zugabe aller Beteiligten schwungvoll mit „Hojotoho“ in die Nacht entlassen. Einen kurzweiligeren Abend hatten wir schon lange nicht mehr …

Eleonore Petzoldt/Klaus-Michael Weinmann

Fotografien: Michael Ranft